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Tag der Archive 2003


Am 11. Oktober 2003, eröffnete das Benrather
Heimatarchiv im Rahmen des Düsseldorfer
Tages der Archive die Ausstellung "Benrather
unter Napoleons Fahnen. Anhand zahlreicher
Dokumente, die überwiegend aus dem Haupt-
staatsarchiv Düsseldorf stammen und von denen
viele bisher nicht veröffentlicht worden sind,
wird hier ein Thema behandelt, das interessante
Einblicke gewährt in die Eigentümlichkeiten der
französischen Militärpolitik der Jahre 1806 bis 1813.

Es war dies die Zeit des Großherzogtums Berg,
des ersten napoleonischen Vasallen- und Satel-
litenstaates im rechts- rheinischen Deutschland.
Das Großherzogtum Berg und damit auch
Benrath gehörten damals dem Rheinbund an,
der dem französischen Kaiserreich als Soldaten-
reservoir diente und diesem Rekruten und Auf-
marschgebiete liefern sollte.

Jeder Krieg Napoleons war fortan zugleich und
automatisch ein Krieg für die Rheinbundstaaten.
So kämpften bergische Truppen und damit auch
Benrather in den Kriegen Napoleons gegen
Preußen, Österreich, Spanien und Russland. Die
in der Ausstellung zu sehenden Quellen nahmen
überwiegend Bezug auf Benrath und zeigten,
wie die damalige Aushebung zum Wehrdienst
oder - wie der Fachausdruck hieß - zur Kon-
skription konkret vor sich ging.

Eine interessante Eigentümlichkeit z.B. war,
dass der Konskribierte damals die Möglichkeit
hatte einen Ersatzmann zu stellen, einen sog.
Remplacanten, der für ihn stellvertretend für
einen bestimmten Geldbetrag zu den Truppen
ging. Die Zahl der Deserteure, die Strafen, die
auf Fahnenflucht standen, sind weitere Aspekte,
die die Ausstellung ansprach.

Darüber hinaus erfuhr man, wieviele Benrather
unter den Fahnen Napoleons dienten, wieviele
davon im Russlandfeldzug Napoleons gefallen
sind usw. Auch über die Uniformen der damali-
gen Truppen wurde man informiert. Zusammen-
getragen hat diese Quellen Wolfgang D. Sauer,
Studiendirektor am Schlossgymnasium Benrath.

Wie das Alltagsleben der bergischen, franzö-
sischen und preußischen Soldaten ausgesehen
hat, zeigte eine Gruppe der "5. Preußischen
Brigade" vom Freudeskreis lebendige Geschichte
e.V. Der Benrather Frank Moser ist Mitglied des
Freundeskreises. Das Ziel dieser Vereinigung ist,
über "lebendige Geschichte" unmittelbare Erfahr-
ungen über die tatsächlichen Lebensumstände
der Menschen der damaligen Zeit zu vermitteln.

Geschichte wird so im wahrsten Sinne des Wortes
begreifbar. Zwei französische Infantriesoldaten,
ein preußischer Liniensoldat und zwei Soldaten
der preußischen Landwehr haben mit Stein-
schloßmusketen, Tonpfeife und Tabaksbeutel die
Zeit um 1813 in der Mairie Benrath im Groß-
herzogtum Berg und dem späteren General-
governement wieder lebendig werden lassen.


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